Hier werden Beiträge zu Literatur und Film veröffentlicht.
Warum ein Kunstwerk kritisieren, wenn man es auch einfach affirmativ auf sich wirken lassen kann? Kritik kann ungeheuer produktiv sein, nämlich dann, wenn sie sich nicht mit der Klassifikation von Kulturprodukten in sogenannte Hoch- oder Popkultur aufhält, wenn man stattdessen unter bewusstem Verzicht auf universelle Bewertungskriterien jedes Kunstwerk als mehr oder minder subversive Irritation verkalkter neuronaler Netze zulässt. Kritiken zu schreiben ist der Versuch, an dieser selbstverschuldeten Irritation nicht zugrunde zu gehen, also an die Dekonstruktion des Weltwissens mit einer neuerlichen Rekonstruktion anzuschließen. Wer auf der Suche nach einer Formel ist, welche die Qualität von Kunst quantitativ übersetzt, wird hier im besten Fall enttäuscht werden. Sternebewertungen bringen niemanden weiter. Auch werden hier keine im engeren Sinne wissenschaftlichen Texte veröffentlicht, sondern lediglich Interpretationsvorschläge gemacht. Dabei kann es sich auch um ziemlichen Quatsch handeln, aber wie schon der große Skeptiker Sportin‘ Life sang: „It ain’t necessarily so.“ Und wie das Känguru weiß, sind richtig und falsch ohnehin bürgerliche Kategorien.

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Karin Maria Boye und das Wesen des Autoritären: ‚Kallocain‛ (1940)
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Mit Religion die Welt retten? ‚Die Parabel der Talente‛ von Octavia Estelle Butler (1998)
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Intersektionaler Universalismus! ‚Die Parabel vom Sämann‛ von Octavia Estelle Butler (1993)
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