Hier werden Beiträge zu Literatur und Film veröffentlicht.
Warum ein Kunstwerk kritisieren, wenn man es auch einfach affirmativ auf sich wirken lassen kann? Kritik kann ungeheuer produktiv sein, nämlich dann, wenn sie sich nicht mit der Klassifikation von Kulturprodukten in sogenannte Hoch- oder Popkultur aufhält, wenn man stattdessen unter bewusstem Verzicht auf universelle Bewertungskriterien jedes Kunstwerk als mehr oder minder subversive Irritation verkalkter neuronaler Netze zulässt. Kritiken zu schreiben ist der Versuch, an dieser selbstverschuldeten Irritation nicht zugrunde zu gehen, also an die Dekonstruktion des Weltwissens mit einer neuerlichen Rekonstruktion anzuschließen. Wer auf der Suche nach einer Formel ist, welche die Qualität von Kunst quantitativ übersetzt, wird hier im besten Fall enttäuscht werden. Sternebewertungen bringen niemanden weiter. Auch werden hier keine im engeren Sinne wissenschaftlichen Texte veröffentlicht, sondern lediglich Interpretationsvorschläge gemacht. Dabei kann es sich auch um ziemlichen Quatsch handeln, aber wie schon der große Skeptiker Sportin‘ Life sang: „It ain’t necessarily so.“ Und wie das Känguru weiß, sind richtig und falsch ohnehin bürgerliche Kategorien.

Aktuelle Posts:
-
2 Hunde im #All – ‚Project Hail Mary‛ (2026) von Phil Lord und Chris Miller
Das halbe Internet feiert Project Hail Mary als einen der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten. Doch ist der Hype gerechtfertigt oder erleben wir doch wieder nur die gleiche ermüdend oft aufgewärmte…
-
Ein Déjà-vu: ‚The 13th Floor‛ (1999) von Josef Rusnak
Wem dieser Film beim ersten Sehen bekannt vorkommt, der lebt entweder in einer Simulation oder unterliegt einer Verwechslung (wahrscheinlich sogar beides), denn die Zeit um die Jahrtausendwende bringt, bedingt durch…
-
Die Welt in einem Bürokomplex: Rainer Werner Fassbinders ‚Welt am Draht‛ (1973)
Wie viel Künstlichkeit kann man der Kunst zumuten? Immersion ist ein Schlüsselbegriff visuellen Erzählens. Je detaillierter und realistischer das eigentlich nur Imaginierte dargestellt wird, desto besser, so mag man zumindest…
-
Ein großartiges Desaster! Lars von Triers ‚Melancholia‛ (2011)
Das Wort Desaster als Unglück oder Katastrophe leitet sich von französischen désastre bzw. dem italienischen disastro ab und bedeutet wörtlich soviel wie Unstern oder Unglücksstern. Ein solcher ist auch in…


